Werbung
Infos
Weitere Infos zum Thema Schuldverschreibungen

Schuldverschreibung als Anleihe

Bei der Geldanlage möchten die meisten Menschen keine größeren Risiken eingehen. Dennoch erwarten viele Anleger eine angemessene Rendite. Einlagenprodukte von Banken halten diesen Anforderungen nicht immer Stand. Als eine interessante Alternative bietet sich die Schuldverschreibung an. Bei der Schuldverschreibung oder Anleihe überlässt der Anleger (als Anleihegläubiger) einen bestimmten Geldbetrag, den sogenannten Nominalbetrag, den sogenannten Anleiheschuldner. Der Anleiheschuldner kann zum Beispiel der Staat sein, eine Kommune sein, ein Land sein oder aber ein privatwirtschaftliches Unternehmen. Der Anleiheschuldner nutzt das im Rahmen der Schuldverschreibung aufgenommene Kapital zum Beispiel um Investitionen zu tätigen oder bestehende Schulden zu tilgen. Dafür, dass der Anleger dem Schuldner Geld überlässt, erhält der Anleihegläubiger vom Schuldner Zinszahlungen. Die Höhe dieses sogenannten Kupons hängt von verschiedenen Faktoren ab. In der Regel hat eine Schuldverschreibung eine feste Laufzeit, die sich meistens auf einige Jahre beläuft. Typische Laufzeiten liegen zwischen 3 und 10 Jahren, reichen aber durchaus auch bis zu 30 Jahren oder mehr. Am Ende der Laufzeit, also zur Fälligkeit der Schuldverschreibung, muss der Schuldner die Anleihe tilgen. Der Anleger, also der Gläubiger, erhält dann den Nominalbetrag (den Betrag zu dem die Anleihe emittiert wurde) zurück.

Rendite/Höhe des Kupons
Ursprünglich stammt der Begriff Kupon aus dem Tafelgeschäft. Anleger erhielten zusammen mit der Anleihe einen Bogen an Kupons. Meist enthielt dieser Bogen je einen Kupon pro Jahr Laufzeit. Somit konnten die Anleger jedes Jahr einen Kupon einlösen und erhielten dafür Zinsen auf den Nominalbetrag. Heute wird der Handel mit Schuldverschreibungen fast immer elektronisch abgewickelt, der Begriff Kupon hat sich aber bis heute gehalten. Ein Kupon in Höhe von 7% bedeutet, dass der Gläubiger für eine Schuldverschreibung über einen Nominalbetrag von 1.000 Euro 70 Euro pro Jahr an Zinsen erhält. Wie hoch ein Kupon ausfällt, hängt von der Marktzinslage zum Emissionszeitpunkt (dem Zeitpunkt, zu dem die Anleihen vom Schuldner herausgegeben wurden) und der Bonität (Zahlungsfähigkeit) des Schuldners ab. Eine schlechte Bonität, also ein tendenziell höheres Ausfallrisiko, führt immer dazu, dass ein Schuldner einen entsprechend hohen Kupon anbieten muss, damit Anleger bereit sind, eine Schuldverschreibung des Schuldners zu zeichnen, also im Rahmen der Ausgabe zu kaufen.

Schuldverschreibung: Risiko nicht pauschalisierbar!
Ebenso wie die Rendite, können auch die Risiken bei der Anlage in Schuldverschreibungen höchst unterschiedlich ausfallen. Der bedeutendste Risikofaktor ist das sogenannte Ausfallrisiko einer Schuldverschreibung. Je schlechter es um die Bonität des Schuldners bestimmt ist, desto höher das Ausfallrisiko. Wird der Schuldner sogar zahlungsunfähig, besteht die Gefahr eines Totalverlusts. Denn dann kann der Schuldner die Schuldverschreibung bei Fälligkeit nicht tilgen. Die Folge: Im Rahmen des langwierigen Insolvenzverfahrens werden die Anleihegläubiger mit einer Quote abgefunden, die sich meist nur auf einen Bruchteil des Nominalbetrages beläuft. Neben diesem Ausfallrisiko besteht ein Kursrisiko, dass insbesondere dann zum Tragen kommt, wenn die Schuldverschreibung vor Fälligkeit verkauft werden soll. Fast jede Schuldverschreibung, die von einem bekannten Unternehmen emittiert wird, wird auch an der Börse gehandelt. Hier sinkt der Wert der Schuldverschreibung zum Beispiel bei steigenden Marktzinsen, Ratingherabstufungen oder anderen Ereignissen, die sich negativ auf die Bonität des Unternehmens auswirken (könnten). Auf der anderen Seite kann der Kurs einer Schuldverschreibung auch steigen, wenn die Marktzinsen sinken oder die Bonität des Schuldners steigt.

Handelbarkeit
Die Handelbarkeit einer Schuldverschreibung hängt immer davon ab, ob diese an der Börse notiert ist oder nicht. Dennoch ist eine Börsennotierung kein Garant dafür, dass eine Schuldverschreibung immer uneingeschränkt ge- und verkauft werden kann. Je nach Nachfrage kann es sogar sein, dass man beim Verkauf einer Schuldverschreibung über die Börse einige Tage oder Wochen warten muss, bis der gewünschte Nominalbetrag umgesetzt werden kann. Der Börsenhandel ist daher immer nur als Zweitmarkt zu betrachten. Denn grundsätzlich richtet sich die Schuldverschreibung an langfristig orientierte Anleger, die diese im Rahmen der Emission zeichnen und bis zum Fälligkeitstag halten.