Schuldverschreibung als Anleihe
Rendite/Höhe des Kupons
Ursprünglich stammt der Begriff Kupon aus dem Tafelgeschäft.
Anleger erhielten zusammen mit der Anleihe einen Bogen an
Kupons. Meist enthielt dieser Bogen je einen Kupon pro Jahr
Laufzeit. Somit konnten die Anleger jedes Jahr einen Kupon
einlösen und erhielten dafür Zinsen auf den Nominalbetrag.
Heute wird der Handel mit Schuldverschreibungen fast immer
elektronisch abgewickelt, der Begriff Kupon hat sich aber
bis heute gehalten. Ein Kupon in Höhe von 7% bedeutet,
dass der Gläubiger für eine Schuldverschreibung
über einen Nominalbetrag von 1.000 Euro 70 Euro pro
Jahr an Zinsen erhält. Wie hoch ein Kupon ausfällt,
hängt von der Marktzinslage zum Emissionszeitpunkt
(dem Zeitpunkt, zu dem die Anleihen vom Schuldner herausgegeben
wurden) und der Bonität (Zahlungsfähigkeit) des
Schuldners ab. Eine schlechte Bonität, also ein tendenziell
höheres Ausfallrisiko, führt immer dazu, dass
ein Schuldner einen entsprechend hohen Kupon anbieten muss,
damit Anleger bereit sind, eine Schuldverschreibung des
Schuldners zu zeichnen, also im Rahmen der Ausgabe zu kaufen.
Schuldverschreibung: Risiko nicht pauschalisierbar!
Ebenso wie die Rendite, können auch die Risiken bei
der Anlage in Schuldverschreibungen höchst unterschiedlich
ausfallen. Der bedeutendste Risikofaktor ist das sogenannte
Ausfallrisiko einer Schuldverschreibung. Je schlechter es
um die Bonität des Schuldners bestimmt ist, desto höher
das Ausfallrisiko. Wird der Schuldner sogar zahlungsunfähig,
besteht die Gefahr eines Totalverlusts. Denn dann kann der
Schuldner die Schuldverschreibung bei Fälligkeit nicht
tilgen. Die Folge: Im Rahmen des langwierigen Insolvenzverfahrens
werden die Anleihegläubiger mit einer Quote abgefunden,
die sich meist nur auf einen Bruchteil des Nominalbetrages
beläuft. Neben diesem Ausfallrisiko besteht ein Kursrisiko,
dass insbesondere dann zum Tragen kommt, wenn die Schuldverschreibung
vor Fälligkeit verkauft werden soll. Fast jede Schuldverschreibung,
die von einem bekannten Unternehmen emittiert wird, wird
auch an der Börse gehandelt. Hier sinkt der Wert der
Schuldverschreibung zum Beispiel bei steigenden Marktzinsen,
Ratingherabstufungen oder anderen Ereignissen, die sich
negativ auf die Bonität des Unternehmens auswirken
(könnten). Auf der anderen Seite kann der Kurs einer
Schuldverschreibung auch steigen, wenn die Marktzinsen sinken
oder die Bonität des Schuldners steigt.
Handelbarkeit
Die Handelbarkeit einer Schuldverschreibung hängt immer
davon ab, ob diese an der Börse notiert ist oder nicht.
Dennoch ist eine Börsennotierung kein Garant dafür,
dass eine Schuldverschreibung immer uneingeschränkt
ge- und verkauft werden kann. Je nach Nachfrage kann es
sogar sein, dass man beim Verkauf einer Schuldverschreibung
über die Börse einige Tage oder Wochen warten
muss, bis der gewünschte Nominalbetrag umgesetzt werden
kann. Der Börsenhandel ist daher immer nur als Zweitmarkt
zu betrachten. Denn grundsätzlich richtet sich die
Schuldverschreibung an langfristig orientierte Anleger,
die diese im Rahmen der Emission zeichnen und bis zum Fälligkeitstag
halten.